30.07.2025

Verpackungen neu gedacht: Warum faserbasierte Lösungen an Bedeutung gewinnen

Bild wie zwei Personen faserbasierte Verpackungen halten

Neue Anforderungen, neue Materialien: Die Rolle faserbasierter Verpackungen als zukunftsorientierte Alternative

Die Verpackungsindustrie befindet sich im Wandel – getrieben durch politische Vorgaben, veränderte Verbraucherwünsche und ökologische Anforderungen. In diesem Kontext gewinnen faserbasierte Verpackungen an Bedeutung.

Welche Rolle Technologien dabei spielen und wie sich der Wandel konkret zeigt, erklärt Dominik Bröllochs, Director Fiber Solutions. Im Interview gibt er Einblicke in Markttrends, Herausforderungen und Chancen.

Herr Bröllochs, wie verändern faserbasierte Verpackungen auch genannt „Fiber Solutions“ aktuell den Markt?

Dominik Bröllochs: Faserbasierte Verpackungen gelten nicht mehr nur als Trend. Sie zeigen einen tiefgreifenden Wandel innerhalb der Branche. Dabei ist Nachhaltigkeit heute ein zentrales Thema. Verpackungen aus Fasermaterialien, wie Papier, Karton oder Zellstoff, bieten dabei eine Alternative zu Kunststoff. Unternehmen, die weiterhin ausschließlich auf konventionelle Kunststoffe setzen, laufen Gefahr, mittelfristig vor hohen Umstellungskosten oder regulatorischen Hürden zu stehen. Wer dagegen in zukunftsorientierte Lösungen investiert, stärkt seine Marktposition und minimiert spätere Risiken.

Was genau versteht man unter faserbasierten Verpackungen?

Bröllochs: Faserbasierte Verpackungen bestehen aus pflanzlichen Rohstoffen. In der Regel handelt es sich um Holz, aber auch Gras, Hanf, Bambus oder Bagasse, einem Nebenprodukt aus der Zuckerrohrverarbeitung. Diese Fasern werden zu Papier, Karton oder geformtem Zellstoff verarbeitet. Dabei reichen die Einsatzbereiche von einfachen Tüten bis hin zu funktionalen Schutzverpackungen, zum Beispiel für Elektronik oder Lebensmittel. Moderne Technologien ermöglichen es zudem, funktionale Barrieren gegen Fett, Feuchtigkeit oder Sauerstoff in das Material zu integrieren. Damit lassen sich auch Anforderungen erfüllen, die bisher nur mit Kunststoff realisierbar waren.

Verschiedene Arten von Fiber based Verpackungen

Für wen sind faserbasierte Verpackungslösungen besonders relevant?

Bröllochs: Faserbasierte Verpackungslösungen sind vielfältig einsetzbar. Markenherstellern aus den Bereichen Lebensmittel, Kosmetik oder Haushaltswaren greifen zunehmend auf faserbasierte Alternativen zurück. Parallel dazu zeigen auch Verpackungsproduzenten Interesse daran, ihr Portfolio zukunftsfähiger aufzustellen oder neue Märkte zu erschließen.

Und warum entscheiden sich immer mehr Unternehmen für diese Lösungen?

Bröllochs: Dafür gibt es mehrere Gründe. Aus ökologischer Sicht sind faserbasierte Verpackungen Teil eines natürlichen Kohlenstoffkreislaufs. Pflanzen nehmen CO₂ auf und binden diesen. Dabei bleibt der Kohlenstoff bis zum Recycling oder der Kompostierung erhalten. Danach wird das CO₂ freigesetzt, ohne zusätzliche Belastung für die Atmosphäre.  Unternehmen erkennen zunehmend die Vorteile solcher Kreislaufmodelle, vor allem im Hinblick auf gesetzliche Entwicklungen und steigender Erwartungen entlang der Lieferkette.

Welche wirtschaftlichen Aspekte spielen bei der Umstellung eine Rolle? 

Bröllochs: Materialien auf Faserbasis sind Teil bestehender Rücknahmesysteme und können effizient gesammelt und verarbeitet werden. Das senkt Entsorgungskosten. Hinzu kommt, dass Verpackungen aus Papier oder Karton sich bis zu siebenmal recyceln lassen. In Deutschland liegt die Rücklaufquote für Altpapier bei über 75 %. Bei Kunststoff liegt sie EU-weit bei nur etwa 30 – 40 %, weltweit sogar bei rund 10 %.  Gleichzeitig steigt die Nachfrage nach nachhaltigen Verpackungen im Konsumgüterbereich sowie im B2B-Segment. Unternehmen, die hier frühzeitig aktiv werden, sind besser auf regulatorische Veränderungen vorbereitet. In der EU etwa steht mit der Verpackungsordnung PPWR ein weitreichender Maßnahmenkatalog bevor.

Welche Entwicklungen beschleunigen diesen Wandel zusätzlich?

Bröllochs: Die Nachfrage nach verzehrfertigen Lebensmitteln steigt stetig. Diese Produkte müssen sicher verpackt sein, oft in Einzelportionen. Gleichzeitig wächst auch das Bewusstsein für Herkunft, Materialeinsatz und Entsorgbarkeit beim Kauf. Auch die steigenden Rohstoffpreise üben Druck auf die Branche aus, ressourcenschonender zu arbeiten. All das fördert den Einsatz effizienter Materialien. Hinzu kommt außerdem, dass neue Technologien heute selbst bei kleineren Stückzahlen oder individualisierte Formate eine wirtschaftliche Verarbeitung faserbasierter Lösungen ermöglichen. Dabei ist die Verarbeitung von Fasermaterialien nicht einfach. Im Vergleich zu Kunststoff reagiert Papier empfindlicher auf Feuchtigkeit, weist andere Reißfestigkeiten auf und erfordert daher spezielle Techniken. Entscheidend ist auch die technologische Flexibilität, durch die verschiedenste Fasermaterialien effizient und präzise verarbeitet werden können.

Bei Optima werden technisch anspruchsvolle Maschinen entwickelt, mit denen faserbasierte Verpackungen effizient und in hoher Qualität hergestellt werden können. Dabei werden neue Technologien im Bereich Dry Molded Fiber und eine neue Generation Paper Forming eingesetzt. Mit dem umfassendsten Technologieangebot für faserbasierte Verpackungen sind wir für unsere Kunden ein One-Stop-Shop-Partner für starre Gebinde aus verschiedenen faserbasierten Materialien.


Dominik Bröllochs

Autor

Dominik Bröllochs
Director Fiber Solutions

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